Modell Mitgesellschafter

Beim klassischen Modell des Bürgerwindparks werden Bürger Mitgesellschafter der Betreibergesellschaft. Damit werden Bürger Mitunternehmer des Windparks und können so von den künftigen Gewinnen partizipieren. Allerdings tragen Sie so auch alle Risiken und Verluste aus der Windenergienutzung. 

Das Modell Mitgesellschafter hat folgende Eigenschaften:

  • Hohe Beteiligungstranchen
  • Hoher Verwaltungsaufwand
  • Geeignet für große Volumina
  • Rendite abhängig vom Jahresergebnis
  • Prospektpflicht ab 20 Anteilen

 

Betrieb eines eigenständigen Windparks durch Bürger - Modell Bürgerwindpark

Im einfachsten Fall kann das Modell Mitgesellschaft beim Kauf eines gesamtem Windparks wie folgt ausgestaltet werden:

Der Windpark wird dabei von einer Kommanditgesellschaft betrieben. Diese hält das Eigentum an den Windenergieanlagen und an der Infrastruktur. Zahlreiche Bürger stellen als Kommanditisten das Gesellschaftskapital der Betreibergesellschaft und sind direkt am Ergebnis des Betriebs des Windparks beteiligt. Eine Verwaltungs-GmbH als vollhaftende Komplementärin stellt die Geschäftsführung des Windparks und übernimmt die Betriebsführung. Ab 20 Anteilen an der Betreibergesellschaft ist ein Vermögensanlagenverkaufsprospekt erforderlich. 

 

 

Betrieb einer einzelnen oder mehrerer einzelner Windenergieanlagen in einem Windpark

Häufig stehen nur einzelne Windenergieanlagen für die Realisierung einer Bürgerbeteiligung zur Verfügung, da häufig der Wunsch besteht, dass der größere Teil des Windparks bei einem Partner verbleibt. 

Hierfür hat der Bürgerwindpark Hohenlohe folgendes Konzept bereits mehrfach gemeinsam mit Stadtwerken, Energieversorgern und Projektentwicklern umgesetzt:

 

 

Die jeweilige Betreiber hält das Eigentum immer an ganzen Windenergieanlagen, der Windpark wird so Anlagenscharf aufgeteilt. Im Beispiel hier wird der Bürgerbeteiligungsgesellschaft eine Windenergieanlagen und dem größeren Partner drei Windenergieanlagen zugeteilt. Wie im Modell Bürgerwindpark beteiligen sich nun zahlreiche Bürger an der Bürgerbeteiligungsgesellschaft und sind so direkt am Ergebnis des Betriebes ihrer Windenergieanlage beteiligt. Eine Verwaltungs-GmbH als vollhaftende Komplementärin stellt die Geschäftsführung des Windparks und übernimmt die Betriebsführung der Bürgerwindenergieanlage. 

Die gemeinsam genutzte Windparkinfrastruktur wie Kabeltrasse, Übergabestation und Zuwegungen werden von einer Infrastrukturgesellschaft gehalten, an welche die Betreiber im Verhältnis ihrer Anlagenzahl beteiligt sind. In der Infrastrukturgesellschaft findet auch das Windparkpooling statt, bei welchem die windparkspezifischen Erträge und Aufwendungen fair auf alle Betreiber im gleich verteilt werden.

Mit diesem Konzept kann ein Windpark von mehreren Betreibern gleichberechtigt gehalten werden.