Vogelschutz

Durch die rechtssichere Umsetzung aktueller EU-Richtlinien sowie nationaler und länderspezifischer Vorgaben haben die Anforderungen an den Artenschutz bei Windenergievorhaben in den letzten Jahren sehr stark zugenommen. Komplexe Bestandssituationen von windkraftempfindlichen Vogelarten sowie die häufig anspruchsvolle Umsetzung möglicher Vermeidungsmaßnahmen fordert immer öfter die Aufgabe von Windenergieprojekten im Planungs- und Genehmigungsverfahren. Durch den gesetzlich verankerten Individuenschutz wird die Umsetzung der Energiewende an vielen Standorten verhindert.

Für windkraftempfindliche Fledermausarten hat die Branche in den vergangenen Jahren technische Möglichkeiten zur Senkung des Tötungsrisikos unter die Signifikanzschwelle entwickelt. Technische Systeme zur automatischen Erkennung von windkraftempfindlichen Vogelarten wie den Rotmilan kommen bislang nur außerhalb Deutschlands wie beispielsweise in Spanien und Frankreich in der Praxis zur Anwendung.

Der Bürgerwindpark Hohenlohe wird nun diese Lücke schließen und ein eigenes System zur Erfassung von windkraftempfindlichen Vogelarten entwickeln. Hochleistungskamerasysteme überwachen den Luftraum im Umfeld von Windenergieanlagen, erfassen automatisch windkraftempfindliche Vogelarten im Gefahrenbereich und führen zu einer automatischen Abschaltung der entsprechenden Windenergieanlage. Dadurch können künftig Konflikte in der Windenergienutzung und dem Artenschutz deutlich minimiert und unter die Signifikanzschwelle gesenkt werden. So könnten in der Zukunft zahlreiche artenschutzrechtlich bedenkliche Standorte für die Energiewende wieder zur Verfügung stehen, dem Artenschutz wird dabei vollumfänglich Rechnung getragen. 

Im Windpark Weißbach wurde am 06. März 2018 ein erstes Kamerasystem installiert. Nach einer umfangreichen Erprobungsphase beginnt die biologische Begleitforschung unter Einbeziehung der zuständigen Fachbehörden.  Ziel ist es, den Praxisbetrieb automatischer Erfassungssysteme windkraftempfindlicher Vogelarten auch in Deutschland nachzuweisen und dem Markt ein behördlich anerkanntes System anzubieten.